Von der Planung bis zur Ausführung: Baubegleitung, Sanierung, Materialanalyse, Qualitätssicherung, Instandhaltung.
TÜV NORD BAUQUALITÄT:
Holz- und Massivbauweise im Vergleich
11.06.2004
Wer sein Eigenheim plant, sollte die Entscheidung für eine bestimmte Konstruktionsart gut überdenken. Das rät die TÜV NORD BAUQUALITÄT. Ob Holz- oder Massivbauweise, es sollten die Bau- und Nutzungsdauer sowie die spezifischen Eigenschaften der Bauweisen betrachtet werden, um im Nachhinein nicht unzufrieden zu sein.
Peter Pinkofsky, Leiter der TÜV NORD BAUQUALITÄT, hat Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Konstruktionsarten zusammengestellt. Er nutzt seine Erfahrungen aus baubegleitenden Qualitätskontrollen im Neubaubereich sowie aus Sanierungskonzepten. Eigenschaften der Holzrahmenbauweise
:• die Fertigung im Werk ermöglicht einen witterungsunabhängigen Bau und eine kurze Bauzeit;
• geringe erforderliche Außenwandstärken, die gut gedämmt werden können, führen zu einer größeren nutzbaren Wohnfläche;
• auf Grund der Trockenbauverkleidung statt Verputz ist die anfängliche Baufeuchte gering;
• die Verwendung von Holz als Hauptbaustoff ist unter ökologischen Gesichtspunkten sinnvoll; • erhöhter konstruktiver Aufwand zum Erzielen eines ausreichenden Schallschutzes;
• geringe Wärmespeicherfähigkeit, da leichte Bauteile verwendet werden;
• aufwendige und oft fehlerhaft ausgeführte Abdichtungen in Nassbereichen (besonders Bäder in den Obergeschossen)
• eine dichte Gebäudehülle wird fast ausschließlich über die Dampfbrems-Ebene erreicht, weshalb der Aufwand hoch ist, eine fehlerfrei ausgeführte Dampfbremse zu erzielen;
• relativ hoher konstruktiver Aufwand, um einen ausreichenden Feuchteschutz im Bereich der Außenwände zu erreichen
• niedrigere Gesamtnutzungsdauer gegenüber Wohnhäusern in Massivbauweise. Dies ist unter anderem das Resultat des Forschungsberichts zum Einfluss der Bauweise auf die Bewertung von Wohngebäuden durch Professor Armin Ohler von der Fachhochschule Buxtehude. Eigenschaften der Massivbauweise:
• guter Schallschutz sowie gute Wärmespeicherfähigkeit auf Grund der hohen Rohdichte der verwendeten Baustoffe;
• höherer Heizungs- und Lüftungsaufwand durch erhöhte Baufeuchte in den ersten Jahren
• sehr gute Wertbeständigkeit der Massivbauweise auf Grund höherer Marktakzeptanz (Wiederverkaufswert, Haltbarkeit, etc.), wie die Studie von Professor Armin Ohler ebenfalls gezeigt hat.Eine Kombination von Holzrahmen- und Massivbauweise wird mittlerweile von beiden Herstellern angeboten. Meist wird im Außenwandbereich vor eine Holzrahmenkonstruktion eine massive Vormauerschale oder ein Putzsystem gesetzt. „Beim Kauf eines Fertighauses ist diese Kombination auch zu empfehlen“, so das Fazit von Peter Pinkofsky.
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