
| Datum: |
2005-04-07 05:42:41 |


Legalisierung von Immigranten in Spanien
Spanien, einst ein Auswanderungsland, ist dabei, das größte Zuwandererkontingent
in seiner Geschichte zu legalisieren. Zwischen 800 000 und einer Million Menschen
haben seit Anfang Februar die Möglichkeit, sich legal in Spanien zu residieren.
Die Antragsfrist läuft bis zum 7. Mai. Antragsteller ist der Arbeitgeber,
bei unter 30 Wochenstunden der Arbeitnehmer. Der Arbeitsvertrag muss mindestens
sechs Monate laufen, in der Landwirtschaft drei. Der Einwanderer muss vor dem
7. August letzten Jahres in Spanien gemeldet sein und ein polizeiliches Führungszeugnis
vorlegen.
Dafür legt das Land - ansonsten eher langsam in behördlichen Angelegenheiten
- einen administrativen Sprint hin. 750 Infostellen wurden über das ganze
Land verteilt, 160 Zweigstellen der staatlichen Sozialversicherung nehmen Anträge
entgegen, 1600 Beamte wurden zusätzlich eingestellt. Die Bedingungen für
die Legalisierung erfüllt freilich nur ein Teil der schätzungsweise
drei Millionen Ausländer, die in Spanien leben.
Es ist nicht das erste Mal, daß das spanische Parlament ein Legalisierungsgesetz
beschlossen hat. Das letzte stammt aus dem Jahr 2000, zu Zeiten der konservativen
Regierung Aznar. Damals erhielten rund 300 000 Menschen die ersehnten Papiere.
Während Menschenrechtsgruppen und der Arbeitgeberverband den Schritt der
spanischen Regierung begrüßen, erntet Ministerpräsident José
Luis Rodríguez Zapatero auch Kritik. So äußerten Bundesinnenminister
Otto Schily und seine niederländische Amtskollegin Rita Verdonk Bedenken
gegen "die massive Regularisierung". Denn wegen offener Binnengrenzen
können die legalisierten Zuwanderer ohne Probleme nach Frankreich oder
Deutschland weiterreisen, befürchten die Politiker.
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